Virtuelle Büros = weniger Home-Office-Einsamkeit?

17. Dez. 2020Chat, Collaboration, gamification, virtuelles Büro

Zwar sind wir aus dem Homeoffice heraus mit den bestehenden Chat- und Remote-Meeting-Tools schon ziemlich gut bedient – wie ich finde. Auch gibt es zahlreiche „Productivity“-Tools, die die verteilte Zusammenarbeit massiv erleichtern (Wikis, Whiteboards, usw.). Aber etwas fehlt: Das spontane Gespräch oder eine kreative Session, wie wir es gemeinsam im Büro erleben können. Die ganze Remote-Interaktion ist jeweils terminlich fixiert mittels Sitzungseinladungen. Und wir arbeiten zu Hause primär für uns alleine. Zuhause arbeiten kann also ganz schön einsam sein.

Bild-Quelle: gather.town

Deshalb gibt es neu Anbieter, die virtuelle Büros anbieten. Dies soll die nächste Stufe der verteilten Zusammenarbeit sein. Aber eines vorweg: Es geht nicht darum, eine zusätzliche Firmenadresse zu haben und einen Brief-Öffner-Outsourcing-Dienst zu beauftragen. Es geht darum, sich wie im realen Büro zu treffen und ungeplante Treffen und Zufallsbegegnungen (z.B. bei der Kaffee-Maschine) zu ermöglichen. Schnell eine Frage stellen oder ein Feedback von der Chefin abholen – und dies möglichst ungezwungen und eben so „wie im Büro“.

Diese neuen Tools ergänzen also die bestehende Zusammenarbeits-Infrastruktur oder integrieren diese sogar. Sie vereinen den Grundsatz der „Gamification“ mit der klassischen verteilten Zusammenarbeit. Der Einstieg soll einfach sein und keine zusätzlichen Hürden aufbauen – und das virtuelle Büro soll vor allem Spass machen!

Auf den ersten Blick ist so ein Büro ziemlich gewöhnungsbedürftig und sieht eher aus wie ein Pac-Man Game aus der Vogelperspektive. Man bewegt sein „Töggeli“ durch die verschiedenen Räume und kann direkt zu anderen Mitarbeitenden hingehen und mit Ihnen ein Gespräch anfangen. Dabei hört und sieht man nur Personen, die in der Nähe sind. Auch gibt es z.B. private Räume, in denen man ungestört vertrauliche Gespräche führen kann.

Je nach Tool ist es möglich, komplett eigene Räumlichkeiten zu bauen und auch nach draussen zu gehen. So gibt es dann z.B. Meeting-Räume, Tische zum Mittagessen, Wasserspender oder Arbeitsplätze mit Pflanzen drauf.

Im folgenden stelle ich eine (unvollständige) Auswahl der aktuell gehippten Tools vor:

Branch

Quelle: branch.gg

Branch bietet das traditionelle Büro mit gängiger Infrastruktur. Das Tool wirkt locker und ist gut designed (wenn man das denn so sagen kann). Auch sind die sprechenden Avatare lustig und die Navigation sehr flüssig. Branch ist aber noch nicht lange auf dem Markt und ich kann keine Aussage über die Zuverlässigkeit des Dienstes machen.

Gather

Bild-Quelle: gather.town

Gather ist bereits sehr ausgereift und bietet viele Funktionen (wenn auch das Design nicht ganz an Branch herankommt), u.a.:

  • Gemeinsame Anlässe planen (Events)

  • Chat

  • Auf die Schulter klopfen, um jemanden bei der Arbeit zu stören

  • YouTube-Video Integration
  • Posters
  • Google Docs Integration zur gemeinsamen Arbeit an Dokumente:

Bild-Quelle: gather.town

  • interaktive Whiteboards:
  • Z.B. kann ich an einem Whiteboard mitarbeiten, indem ich im Raum zu diesem Whiteboard hingehe und dieses dann öffne.

Bild-Quelle: gather.town

  • Und, was sehr viel Spass macht: der Map Maker. Ich kann komplett eigene Räume designen und ausstatten:

Bild-Quelle: gather.town

Sococo

Quelle: sococo.com

Sococo scheint sehr „erwachsen“ zu sein und bietet sehr gute Integrationen mit Video- und Chat-Tools, z.B. Zoom, Webex, Google Hangouts. Aber aus meiner Sicht macht das Tool auch am wenigsten Spass.

Privatsphäre?

Was ist aber nun mit meiner Privatsphäre in diesen Tools? Werde ich die ganze Zeit beobachtet, ohne dass ich es bemerke? Nein, dem ist nicht so. Ich sehe Personen nur, wenn ich diesen nahe bin. Das soll ein Gefühl wie in der Realität bieten. Zudem gibt es private Bereiche oder Räume, die ich abschliessen kann. Personen ausserhalb eines solchen Bereichs können die anderen nicht hören.

Abschluss

Ich habe viel Spass gehabt beim Ausprobieren dieser neuen Generation von Zusammenarbeits-Tools. Und ja, bis zu einem gewissen Grad fühlte ich mich wirklich weniger einsam – man muss sich aber darauf einlassen können. Ich positioniere diese Tools als Ergänzung zu den bestehenden Tools.

Wir werden hier bei Zuara auf jeden Fall eine Pilotphase entweder mit Branch oder Gather starten. Mal schauen, wie unser zukünftiges (zusätzliches) virtuelles Büro aussehen wird. Ich bin gespannt (Lächeln)

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Der Autor:

Sebastian Fiechter

Sebastian Fiechter

sebastian.fiechter@zuara.ch

Direkt: +41 79 307 60 00

      

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